Murecker Rathaus

Das Murecker Rathaus

Das Rathaus im Zentrum der Stadt ist im Gegensatz zu den anderen Bauten dreigeschossig und vor allem durch seinen sechsgeschossigen Turm das Wahrzeichen Murecks. Der Turm – es existieren nur noch wenige Parallelen im Land, so in den Städten Radkersburg und Leoben – hat eine ganz wesentliche rechtshistorische Bedeutung. Er kündet von den Sonderrechten seiner Bürger. Wenngleich die Hohe Gerichtsbarkeit in der Hand des Grundherren lag, so genossen die Bewohner dieser Burguntersiedlung entscheidende rechtliche Vorteile.

Turmvorderfront

Die Turmfront ist als Schauwand ausgebildet, an der in rangmäßiger Ordnung von unten beginnend in Wandnischen Büsten und Skulpturen angeordnet sind. Über dem Fenster die Büste des Grafen Stubenberg, flankiert von Marktwappen und dem Anker der Stubenbergischen Grundherrschaft.
Über dem Hauptgesims das Portät des damals herrschenden Kaisers Leopold I., darüber die Madonna auf der Mondsichel und als Bekrönung der auf die Rechtsprechung hinweisende Schutzpatron St. Michael. Die hier angeführten Skulpturen und Wappen stammen alle aus der zweiten Turmerbauungsperiode von 1666.

Rathausglocke

Das Rathaus von Mureck verfügt über eine bemerkenswerte barocke Glocke, die in Graz 1737 bei der Witwe des Glockengießers Franz Anton Weyer gegossen wurde.

Sie weist neben Heiligenreliefs und einem Wappenmedaiilon folgende Inschrift auf:
„ICH WAR GEGOSSEN BEY THERESIA WEYERIN WITTIB 1737“

Die Glocke ist überdies von besonderem denkmalpflegerischem Interesse, da sie noch völlig unverändert über das ursprüngliche Holzjoch mit den barocken Schmiedeeisenbändern verfügt. Auch der hölzerne Läutearm aus der Barockzeit, der für das händische Läuten der Glocke mit einem Seil notwendig war, ist vollständig erhalten.

Durch die starke Reduktion des Bestandes an historischen Glocken in Österreich, der durch die Metallablieferung in beiden Weltkriegen verursacht wurde, stellen barocke Instrumente besonders wertvolle Dokumente ihrer Zeit dar. Die authentische Erhaltung mit der unveränderten Ausstattung der Glocke macht das Instrument im Murecker Rathaus zu einem Denkmal von überregioanler Bedeutung.

Mariensäule

Vor dem Rathaus, in der Mitte des Platzes (bis 1938 mit Blickrichtung nach Osten), errichteten die Bürger Murecks auf Grund eines Pestgelöbnisses 1665 ein Marienstandbild. Die Skulptur der Hl. Maria mit dem Kind stammt noch aus dieser Zeit. Um 1740 wurden der mit Laub- und Bandelwerk geschmückte Obelisk und die Skulpturen der Schutzheiligen Florian (Feuer) und des Donatus (Wetter) hinzugefügt. Die Wappen Murecks und der Grafen Stubenberg weisen auf die Stifter hin.

Quellenangabe:

„Mureck“ von Georg Kodolitsch u.
Bundesdenkmalamt